Anno 1770 ...

... erschien im Melderegister unserer Stadt erstmalig der Name eines zugereisten, wohl noch jungen Mannes, über den keine Angaben zu Geburtsjahr und -ort zu finden sind. Jener Samuel Coppel arbeitete in seiner neuen Wahlheimat zunächst als Metzger und Gastwirt, um dann im Jahre 1786 mit der Aufnahme in die Solinger Kaufmann-schaft als Handelsmann am Messergeschäft teilzunehmen.

 

Mit dem Vertrieb von Messern, Bestecken und Scheren legte Samuel Coppel den Grundstein für ein Solinger Unternehmen, das in einer mehr als 150 Jahre andauernden Firmengeschichte wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand mit sozialer Verantwortung vorbildlich einte. Zur Tradition der Coppelschen Generationen wurden die Teilhaberschaften der Söhne im väterlichen Unternehmen und regelmäßige Stiftungen und Schenkungen an Bedürftige, die zumeist aus Anlass

von Firmen- und Familienjubiläen erfolgten.

1821 - Gründung der Firma "Alexander Coppel"

 

 

Samuel Coppels jüngster Sohn Alexander (1795 - 1878) erlernte im väterlichen Betrieb die Grundlagen der Stahlwarenfabrikation, wobei dem Kaufmännischen wohl größere Bedeutung zukam als dem Handwerk. Die 1821 unter seiner Leitung ins Leben gerufene Firma "Alexander Coppel" galt bereits im Jahr 1862  neben den Unternehmen "Gebr. Weyersberg" und "Hendrichs und Grah" als drittgrößter Industriebetrieb der Stadt,  der Auftraggeber weltweit belieferte. Firmensitz war ein Gelände an der Schützenstraße, daß im Bereich des heutigen "Werwolf Nr. 5" lag. Produziert wurden zu Zeiten der Deutsch-Französischen und Preussisch-Österreichischen-Kriege auch Blankwaffen, Seitengewehre und Hinterlader. Die Firma Coppel gehörte in den Gründerjahren (nach dem Sieg über Frankreich ) weltweit zu den fünf bedeutendsten Waffenherstellern und expandierte kontinuierlich -besonders durch Großaufträge der preussischen Regierung. Luxuswaffen waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr gefragt. Als Kaiser Wilhelm II. im August 1899 die zwei Jahre zuvor fertiggestellte Müngstener Brücke besuchte, stellte der Solinger Oberbürgermeister August Dicke den Kommerzienrat Gustav Coppel als Waffenfabrikanten vor. Doch das Hauptgeschäft der Firma Coppel lag zu dieser Zeit in einem ganz anderen Bereich - und in einer anderen Stadt ...

 

Firmenlogo, um 1870. Bildquelle: Stadtarchiv Solingen (Briefkopfsammlung)
Gustav Coppel (1830 - 1914). Foto: Continental AG, Hannover

 

 

Gustav Coppel wurde 1830 als fünftes Kind von Alexander und Elise Coppel geboren. In der Familienchronik gilt er als bedeutendste Persönlichkeit, denn seinem Schaffen verdankten das (groß-) väterliche Unternehmen und seine Heimatstadt Solingen großes Ansehen. Mit viel Gespür und Weitblick lenkte er die Firma Alexander Coppel ab der Jahrhundertmitte erfolgreich durch die wechselnden Kriegs- und Friedenszeiten.

 

 

Als um die friedvolle Jahrhundertwende die Fahrradindustrie boomte, lag es für Coppel nahe, nahtlose Rohre für den Fahrradbau zu produzieren, denn technisches Gerät aus der Waffenherstellung eignete sich hervorragend für die Rohrzieherei. Das Unternehmen expandierte, stieß aber räumlich schnell an seine Grenzen, da das rückwärtige Firmengelände in den Jahren zuvor bereits bis zur Malteserstraße bebaut worden war. So entstand um 1898 in Hilden eine neue Fabrikation, in der erstmalig ein kaltgezogenes Präzisions-Stahlrohr gefertigt wurde, das später als "Coppelrohr" bekannt wurde und die Firma Alexander Coppel zu einer Weltfirma machte! Mit der Ausweitung der Fahrradteileproduktion und entsprechender Erweiterung der Fabrikanlage wurde die Solinger Stahlwarenfirma zu einem der bedeutendsten Unternehmen der textilindustriell geprägten Stadt Hilden. Im Mai 1912 war die Belegschaft in beiden Firmen auf 380 Arbeiter gewachsen, davon waren 230 in Hilden tätig.

Foto: hood.de

 

 

 

Gustav Coppel übernahm auch in der Solinger Öffentlichkeit einflußreiche und verantwortungsvolle Ämter.

 

 

 

Er fungierte als  Präsident der Handelskammer, Aufsichtsrats-vorsitzender des Siegen-Solinger-Gußstahl-Aktien-Vereins, Vorsitzender des Scherenfabrikantenvereins sowie Kreisvorsitzender der Nationalliberalen Partei u.v..m.

 

Als Stadtverordneter gehörte er allen wichtigen Kommissionen und Ausschüssen der städtischen Verwaltung an. Als Erster Beigeordneter leitete Coppel ab 1892 ehrenamtlich die in ihren Grundstrukturen bereits vorhandene Stadtkämmerei. In den Jahren 1905 bis 1914 bildeten Gustav Coppel, Oberbürgermeister August Dicke sowie vier weitere Beigeordnete eine siebenköpfige Verwaltungsspitze.

 

1897 wurde Gustav Coppel mit dem Titel "Kommerzienrath" ausgezeichnet. Neun Jahre später ernannte man ihn zum "Geheimen Kommerzienrath" und verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Solingen.

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